Nearby and Far Away. Photography. Wim Wenders

Nearby and Far Away. Photography. Wim Wenders

03.05.2025 26.07.2025

03.05.2025 26.07.2025

Wim Wenders’ internationale Bekanntheit setzte früh ein. Seine Filme Paris, Texas und Der amerikanische Freund wurden zu Ikonen der Filmkunst, in denen der Regisseur eine neue Form des Erzählens erfand — eine langsame, metaphorische Sprache, die der Entstehung eines Gedichts ähnelt. Sein jüngster Film Perfect Days bildet eine weitere narrative Architektur, in der Zeit und Raum, der Protagonist und das Licht der Natur den Impuls einer leuchtenden Verbindung aus dem Alltag heraus finden, als beginne das Leben immer erst spät. Zugleich entdecken wir sein bedeutendes fotografisches Werk, das im Laufe der Jahre der Vorbereitung seiner Filme an den unterschiedlichsten Orten der Welt entstanden ist — wie imaginäre Erzählungen, in denen spürbar wird, wie ein Moment in einer Landschaft, in einem Raum empfunden wird. In dieser sorgfältigen Studie von Stimmungen scheint alles stillgestellt. Und doch bewahrt die Frage, warum gerade dieser Moment bedeutsam war, ihr Geheimnis. Die neuen Fotografien von Wim Wenders, die im ersten Teil unserer Ausstellung gezeigt werden, entstanden während eines Aufenthalts in chinesischen Landschaften. Sie zeigen uns Räume mit weiten Horizonten, Landschaften, deren Bildraum sich ausdehnt und zugleich präsent bleibt, in denen Besucher wie ein leises Summen erscheinen, bevor sie in der Ferne wieder verschwinden. Die Figuren dieser Bilder wirken wie Spuren einer vorübergehenden Einschreibung. Die Fotografien chinesischer Großstädte werden von den Formen, Farben und Passanten des urbanen Lebens bestimmt, eingefroren im Moment ihres Gesehenwerdens, wie in jeder Fotografie. Und doch verändert sich das Gespräch der Dinge im nächsten Augenblick — und auch wir werden andere sein. Ein zweiter Teil der Ausstellung ist einer nur wenig größeren Distanz zu den Bildern aus China gewidmet. Und doch finden wir in den Momentaufnahmen des Waldes denselben Nachhall der Stille wieder — jenes Waldes, der seit Jahrhunderten Erde und Himmel verbindet. Wim Wenders nimmt dort die magischen Lichtphänomene des Hochsommers wahr, jenen romantischen Wald, der für die Deutschen einst die unberührbare Kathedrale der Sehnsucht war und in dem der junge Goethe 1780 das träumerische Wanderers Nachtlied im Mondschein schrieb. Anlässlich seines 80. Geburtstags widmet die Bundeskunsthalle Bonn Wim Wenders ab dem 1. August 2025 eine große Retrospektive seiner Filme und Fotografien. Die Ausstellung bleibt am 8. und 29. Mai 2025 geschlossen.

Ausstellungsdaten

03.05.2025 – 26.07.2025

Adresse

Galerie Bastian Taylorstraße 1 14195 Berlin Germany

Ausstellungsansichten

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© 2026 Galerie Bastian.

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